Fortbildungsinstitut Regensburg - Termine

Warum verstehe ich nichts? Neue Möglichkeiten zur diagnostischen Unterscheidung zwischen rein sprachlichen und sprachungebundenen, allgemein-kognitiven Problemen im Erzählverstehen bei Personen mit Aphasie

Prof. Juliane Klann

Viele Personen mit Aphasie verstehen zusammenhängende Texte nicht ausreichend gut. Dabei gehen moderne Theorien von zwei möglichen Störungsursachen aus: Die bisher gängigste Auffassung geht von reinen Dekodierungsproblemen mit sprachlichem Input aus. Moderne Theorien postulieren darüber hinaus einen weiteren, sprachungebundenen kognitiven Prozess der mentalen Situationsmodellierung. Bei Patienten, die nach einer Hirnschädigung im Bilden mentaler Situationsabbilder beeinträchtigt sind, fällt dann selbst bei guter Sprachdekodierung das Erzählverstehen schwer. Während beide Störungsbilder an der Oberfläche gleich aussehen (Probleme im Sprachverstehen), profitiert ausschließlich die sprachliche Verstehensproblematik von reiner Sprachtherapie. Um die Betroffenen gezielt unterstützen zu können, wurde eine entsprechende Diagnostik entwickelt, die bei Personen mit Aphasie zwischen beiden Störungsursachen differenziert. Im Seminar wird die neue Diagnostik vorgestellt und ihre Durchführung eingeübt. Darüber hinaus wird ihre theoretische Fundierung und Evidenzbasierung vorgestellt.

Die vorzustellende Diagnostik befindet sich für Personen mit Aphasie noch in der Evaluierung und ist bisher nur über die Fortbildung erhältlich und im Eigenegebrauch nutzbar.

Ziel des Seminars
Ziel ist es, die Hintergründe und Durchführung einer modernen Diagnostik zur Abgrenzung rein sprachlicher von allgemein-kognitiven Beeinträchtigungen im Erzählverstehen bei Aphasie zu erlernen.

Zielgruppe
LogopädInnen, Klinische LinguistInnen, SprachtherapeutInnen
DozentInnen des Fachbereichs Logopädie und angrenzender Fächer (Letzteres mit neurologischen Vorkenntnissen)
Studierende der Logopädie
FachschülerInnen für Logopädie

Anmerkung:
keine

Referentin: Prof. Juliane Klann
Preis pro Teilnehmer: 180 Euro - Anmeldeschluss 4 Wochen vor Veranstaltungsbeginn
Ort: Ibis City Hotel, 11.10. von 13:00 - 19:00 Uhr
Wasser, Pausenverpflegung sind im Seminarpreis inbegriffen, bei ganztägigem Unterricht auch ein Mittagsmenü

7 Fortbildungspunkte

Vita Prof. Juliane Klann

Prof. Dr. Juliane Klann ist seit Oktober 2016 Professorin für Logopädie und Neurolinguistik im ausbildungsintegrierenden Studiengang Logopädie der SRH Hochschule für Gesundheit am Standort Heidelberg.  Seit Mai 2018 leitet Sie außerdem die SRH Fachschule für Logopädie am Standort Heidelberg. Als Lehrende betreut sie in Heidelberg die neurologischen Fächer sowie die akademisierte Praxisausbildung im Fachbereich Kindersprache.

Ihr Magisterstudium absolvierte Prof. Dr. Juliane Klann an der Universität zu Köln in den Fächern Allgemeine Sprachwissenschaft/Linguistik, Deutsche Philologie/Germanistik und Patholinguistik. Sie promovierte im Fach Linguistik an der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln. Vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2016 war sie klinisch-praktisch an der Aachener Sprachambulanz und lehrend an der Aachener Lehranstalt für Logopädie sowie in den Studiengängen der Logopädie (B.Sc.) und Lehr- und Forschungslogopädie (M.Sc.) an der Medizinischen Fakultät der RWTH Aachen tätig. Neben der Klinik und Lehre lag ihr Arbeitsschwerpunkt in Aachen in der Translationalen Forschung, die sie in mehreren großen sowohl in der Abteilung Neurolinguistik als auch in der Sektion Klinische Kognitionswissenschaften und dem Interdisziplinären Zentrum für Klinische Forschung (IZKF Aachen) beheimateten Projekten durchführte und teilweise leitete (Förderer: IZKF Aachen, BMBF, EU). Außerdem hat sie im und mit dem Deaf and Sign Language Research Team (DESIRE; heute SignGes) an der RWTH Aachen gearbeitet, einer interkulturell anwendungsorientiert ausgerichteten universitären Gebärdensprachforschergruppe mit gehörlosen und hörenden Kollegen.

Außerhalb der Tätigkeiten in Aachen lehrt Juliane Klann seit vielen Jahren national und international sowohl universitär als auch außeruniversitär als Dozentin. Im Sommersemester 2015 hatte sie die Vertretungsprofessur des Lehrstuhls „Germanistische Linguistik" (W3) an der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn inne. Dort ist sie weiterhin Gutachterin für Abschlussarbeiten im Fachbereich Neurolinguistik tätig.

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